Asien (Juli 2000 – Feb 2001)

Als Retro-Leckerchen.. hier noch die damaligen Email Reiseberichte

Tama-News die 1. – In Asien angekommen (22.7.2000)

Abschliessende Asien-Reisestatistik (verbrachte Stunden pro ‹Fahrzeug›):

  • Bus: 385 h
  • Zug: 127.5 h
  • Schiffe: 97.5 h
  • Flugzeuge: 33 h
  • Pickuptruck: 7.5 h
  • Kamele: 14 h
  • Elefanten: 2 h

Abschliessende Asien-Info-Statistik:

  • groesste Gefahr Tanja: ausgerutscht im Bad, Marco: fast von LKW in Borneo ueberfahren worden
  • Anzahl Zimmer mit tierischen Mitbewohnern: Kakerlaken = 3 (allerdings viele Kakerlaken!), Maeuse = 1, Ratten = 4, Froesche = 1
  • Anzahl Stiche: Marco Moskitos = 20, Sandfloehe = 200, Tanja Moskitos = 2000, Sandfloehe = 200
  • stinkende Betten: wir haben das zaehlen aufgegeben!
  • Anzahl gekotzt: Marco = 3x, Tanja 7x (in einer Nacht –
  • Lebensmittelvergiftung, kein Alohol)
  • Anzahl Durchfall: Marco = 2x, Tanja = unzaehlige Male
  • laengste Reise am Stueck: 34 h Zugfahrt Jalgaon – Puri (Indien)
  • teuerste Unterkunft: 14 USD (110’000 indonesische Rupien)
  • billigste Unterkunft: 1 CHF (6000 Lao Kip)
  • Anzahl Zimmer mit AC = 2
  • Durchschnittliche Stunden Schlaf pro Nacht: Marco = 8.5, Tanja 9.5
  • Gewichtsverlust: Marco = ca. 10 kg, Tanja = 2 kg

Hallo zusammen

Mit el Al nach Bangkok. Viele konnten es nicht verstehen – wieso el Al, Terroristen etc. – aber so schlimm war es doch gar nicht. Ausser als der Captain in der Luft auf israelisch eine Durchsage machte und Tanja (ernsthaft mit Flugangst) fragte: Betet er? Wir wissen es immer noch nicht, aber vermutlich hat er nur vor dem koscheren Essen gewarnt, das allerdings gar nicht so uebel war.

Allerdings sind wir nur mit Muehe ueberhaupt ins Flugzeug gekommen.. neuer Pass, kein Rueckreise-Ticket.. da waren wir den Mossad-Agenten am Flughafen, welche uns ueberprueften doch ziemlich suspekt. Aber dank unserem charmanten Lächeln (und bitten auf Knien) durften wir dann doch einsteigen.

In Bangkok angekommen haben wir uns dem Strom der Packies angeschlossen und uns durch den Verkehr zu einem passablen Hotel – ohne Kakerlaken, man staunt – durchgekaempft. Den ersten Abend und die Nacht wir dann im Jet Lag Dasein verbracht.. ziemlich ruhig. Ausser die Nacht, die war ziemlich ‹waelzig›.

Heute haben wir dann doppelt Sport getrieben. Wir haben bei einer Tuk-Tuk Stadt- und Buddha-Rundfahrt geschwitzt.. vor Angst und mussten dann spaeter um unser Leben rennen, als wir, diesmal zu Fuss, eine mindestens 20-spurige Rush-hour Strasse ueberqueren wollten / mussten. Aber alles in Allem geht es uns super und die Thais sind auch sehr freundlich.

Morgen gehts dann weiter nach Phuket.. ca. 17 Stunden mit dem Bus – wie es sich fuer Backpacker gehoert, gell Andre. Anschliessend gehts dann – entgegen unseren urspruenglichen Plaenen aus klimatechnischen Gruenden in Richtung Singapur.

Das heisst, wir melden uns bald wieder mal.

Gruss, tama-on-tour

Tama-News die 2. (8.8.2000)

Hallo oder sawasdee oder .. what ever

Zürst einmal vielen Dank für die zahlreichen Mails, die wir hier erhalten haben und die uns einen Einblick in die regnerische Schweiz gegeben haben. Vielen Dank, ein Grund mehr nicht dort zu sein..

Von Bangkok aus sind wir im sogenannten VIP-Bus (dass die Thai nicht lachen) in ’nur› ca. 21 Stunden nach Phuket gefahren. Erfahrene Reisende wissen allerdings, dass es auch Busse gibt, die dieselbe Route in ca. 11-12 Stunden machen. Tja, manche lernen es eben nur auf die harte Tour (nämlich wir).

Und damit hier niemand auf falsche Gedanken kommt:

  • nein, wir wollten nicht dem Sex-Tourismus in Patong frönen
  • nein, wir wollten auch nicht mit all den Deutschen Wurst und Weissbier
    geniessen
  • aber ja, wir wollten Teile der Familie Borer (Bruder Andre und Familie)
    besuchen

Phuket ist eigentlich ganz schön, wenn da nur nicht all diese zahlreichen anderen Touris wären. Aber auf der anderen Seite war das ja auch ganz lustig, denn versteckt aus der Menge lassen sich Lady-Men (ehemals waren ’sie› Männer, heute fehlen ihnen Details, dafür haben sie an anderen Orten zuviel) viel einfacher beobachten. Und Marco konnte sich hinter Tanja verstecken, damit er nicht zu sehr angemacht wurde.

Nach einigen Tagen Phuket (und als kleiner Trost in die CH – auch hier hats geregnet, bei ca. 30 Grad am Regen-Schatten) hatten wir dann die Nase voll und sind weiter nach Krabi, resp. nach Ao Nang gefahren. Hier haben wir dann den 1. August mit 2 Kanadierinnen, 2 Australiern und 2 Holländern, einem Ballon mit CH-Kreuz (Tanja wars zwar peinlich, aber was solls) und dem besten Freund des Reisenden in Thailand, Samsung (Whisky) bis spät in die Nacht gefeiert.

Die Strände um Ao Nang lassen wirklich nicht viele Wünsche offen. Im Schatten der hohen Felsen, unter Palmen und mit einer frischen Ananas in der Hand lässt sich das Strandleben wirklich geniessen. Und wenn es dann mal wirklich streng wird, dann gibts halt eine Massage..

Schön gebräunt (andere würden vielleicht sagen: gerötet) gings dann weiter in den National Park Khao Sok. Dort konnten wir umringt von wildenTieren (wie Ameisen, Fröschen, Moskitos, einem Hund und einem Engländer) einige friedliche Tage verbringen. Da es sich um einen Regenwald handelt war es nicht weiter verwunderlich, dass es auch ab und zu geregnet hat. Mal nur 6, mal aber auch 15 Stunden lang. Bei unseren Hikes durch den Dschungel inklusive Waten im tiefen Wasser, umringt von Affen, Schlangen usw schien allerdings meistens die Sonne. Uff. Die grösste Gefahr ging allerdings nicht von den wildlebenden Tigern, Panthern, Bären oder Elefanten aus (denn die haben wir nicht gesehen), sondern von kleinen, blutsaugenden Würmen, auch Blutegel oder Leeches genannt. Hier halfen die meisten Schutzmassnahmen nichts, denn die Biester saugen sich auch durch die Schweiss-durchtrieften Socken von Tanja. Oder anders: denen war auch gar nichts heilig. Unfreiwilligerweise haben wir auch Dschungel by night erlebt (und das ohne dafür zu bezahlen): Nachdem wir um ca. 5 eine benachbarte Lodge besuchen gingen und dann bei einigen Bier usw hängenblieben, mussten wir uns um Mitternacht ohne Taschenlampe sondern nur gerüstet mit einer kleinen Kerze durch die Dunkelheit auf den langen Heimweg durch die dichte, kreischende Dschungelwelt machen. Aber wir haben es überlebt und unsere Wunden jagen uns nur noch in unseren Träumen.

Heute Vormittag sind wir dann erfolgreich in Malaysia, genaür an der Malaysischen Ostküste in Kota Bharu angekommen. Hier können wir nun endlich unsere Kleider waschen (lassen), damit nicht sogar die Hunde auf der Strasse einen Bogen um uns machen. Und nach all diesen Gefahren gönnten wir uns auf Druck von Tanja sogar western food. McDonalds lässt grüssen, die Aktie steigt vermutlich bald.

Unsere nächsten Pläne: irgendwie nach Singapore und von da aus dann weiter via Kuching nach Sarawak/Sabah (malaysischer Teil von Borneo).

Veli Grüss ond Säck voll Sonne, e de Schwiiz hets jo schinbar ned gnüg devo, tama

Tama-News die 3. (25.8.2000)

Hallo zusammen

Vielen Dank fuer die Zahlreichen News aus der Schweiz. Besonders mitgenommen hat uns, dass Eva Wannenbacher 10 vor 10 verlaesst. Eine Traene kullert im Moment gerade auf die Tastatur…

Wir haben festgestellt, dass das Wetter in der CH DAS GROSSE THEMA ist. Es gibt kaum ein Mail, in dem nicht ueber das Wetter gelaestert wird (meistens negativ, manchmal aber auch positiv – vor allem in den letzten Tagen). Und ich kann alle beruhigen. Auch hier hat es manchmal geregnet und die Temperatur von heissen 35 auf angenehme 28 Grad abkuehlen lassen…

Wir befinden uns in Kota Bharu an der Ostkueste Malaysias. Der aufmerksame Leser merkt jetzt, dass das letzte Mail auch schon hier geschrieben wurde (allerdings nicht wie dieses in einem McDonalds. Ja, die haben hier Internet). Das bedeutet, dass wir in den letzten 15 Tagen eigentlich nichts gemacht haben. Nichts, ausser (bitte Agressionen vorgaengig abreagieren, damit uns niemand definitiv hasst)

  • faulenzen
  • schlafen
  • suennelen
  • essen
  • tauchen
  • jassen

Und das auf den ausserordentlich paradiesischen Perhentian Inseln. Wir haetten gerne allen eine Postkarte geschickt, doch leider stellen diese die Wirklichkeit nicht halb so schoen dar, wie sie war: Palmenbewachsene, weisse Sandstraende, tuerkisfarbenes, absolut klares Wasser, Bungalow unter Palmen direkt am Strand, Korallenriff vor der Haustuere, rund ums herum Dschungel und natuerlich keine Strassen, Fahrzeuge .. was auch immer der zivilisierte, fortschrittlich orientierte Mensch so benoetigt (allerdings hatten wir einen Ventilator). Abwechslung boten die vielen Tiere um uns herum (v.a. Eichhoernchen – auch fliegende – und Fledermaeuse aller Groessen aber auch Affen, Schlangen, und eine Vielzahl von Echsen, Insekten etc.). Um Geld zu wechseln mussten wir barfuss (darauf waren wir beim besten Willen nicht vorbereitet) eine halbe Stunde durch den Dschungel laufen. Und wenn jetzt jemand denkt, dass hier das Adrenalin fehlt.. weit gefehlt. Tanja wurde beim Suennelen durch Locals (jeden 2. Tag ist lausen angesagt) auf die Schlange gerade ueber Ihrem Kopf auf der Baby-Palme aufmerksam gemacht. Und beim Tauchen haben natuerlich gefaehrliche Tiere auch nicht gefehlt.

Heute haben wir braungebrannt das Paradies verlassen.. Seufz. Morgen um 05.30 machen wir uns mit dem Dschungel-Zug auf den Weg nach Kuala Lumpur.

Und hier noch einige Kommentare betreffend Gott und die Welt inklusive Antworten auf einige Mails (tja, Privatsphaere wird bei uns nicht gross geschrieben):

  • Tama-News unterliegen den Copyright-Bestimmungen internationaler Backpacker. Jegliche Ideen betreffend Veroeffentlichung werden rechtlich verfolgt und mit Ausschluss weiterer News bestraft.
  • falls jemand Probleme hatte, uns ein Mail zu schreiben, dann lag das daran, dass unser Mailboxlimit zeitweise ueberschritten war. Das kann leider auch in Zukunft immer wieder mal passieren. Sorry.
  • wir haben mit einem CH-Paaerchen gejasst.. Fak/Scheidi ACHTUNG: wir sind gut in Form
  • leider koennen wir am 2. September nicht zur Geburtstagsparty von Alex kommen. Trotzdem alles Gute. Hebt uns ein Stueck Kuchen auf..
  • obwohl wir sehr an den latests Hits aus Mexiko interessiert sind, koennen wir auch am 9.9. leider nicht teilnehmen. Wir wuenschen Cobaer aber alles Gute und Marco heisst ihn speziell im Club der gutaussehenden 30ig-jaehrigen willkommen
  • Tanja darf nach der Rueckkehr nach Konolfingen gehen. Sandra, hast Du die Mailadresse von Wigi und Rene? Und bist Du bei Big Brother angenommen worden?
  • in Kota Bharu gibt es ein Plakat mit einem Snowboarder drauf. Verrückt, bei knapp 40 Grad.
  • Kopftuch-Tragen ist auch hier voll IN
  • was bedeutet einschleichen in 1 Rad?
  • Hat Sybille den Job gewechselt (Isa?). DAs letzte Mail ist mit Fehlermeldung zurueckgekommen
  • hat die CH eigentlich die 1. August-Feier bei Scheidi schadlos ueberstanden?
  • Rufe aus dem Urwald werden zur Kenntnis genommen

Viele Gruesse und bis bald, tama-on-tour

Tama-News die 4. (22.9.2000)

Hallo zusammen

Ein Monat ist seit dem letzten Mail vergangen und noch immer sind wir in Malaysia. Hilfe, wir kommen nicht vom Fleck, wir Armen.

Von Kota Bharu sind wir mit dem Zug durch den Dschungel in Richtung Sueden gefahren. Nach stundenlanger Fahrt im Tiefkuehlfach des Eisenbahnwagens sind wir dann in Kuala Lumpur angekommen. KL – wie die Einheimischen die Stadt nennen – ist eine moderne, aber doch noch asiatisch-chaotische Stadt, die durch ihre modernen Hochhaeuser, allen voran natuerlich die beiden Petronas Tower sowie den KL-Tower (421 m) gepraegt sind. Und wir koennen jetzt bestaetigen, dass die Sicht von oben sowohl am Tag wie auch in der Nacht atemberaubend ist. Und hier noch die Neuigkeit fuer Filmfreaks: Der Film Entrapment mit Sean Connory und Catherine Zeta-Jones spielt zwar in KL, die Aufnahmen am Fluss stammen jedoch aus Melakka. Tja, Computeranimation machts moeglich.

Nach KL sind wir dann weiter wieder nordwaerts in die Berge, in die Cameron Highlands. Dort haben wir einige erfrischend kuehle Tage verbracht und unsere Kondition mit einigen steilen Treks (zu Beginn versehentlich gleich einen fuer die sehr fitten…) fuer kommende Herausforderungen trainiert.

Nach den Cameron Highs gings dann weiter wieder ins heisse Flachland, nach Melakka. Dort haben fast schon sinnlos viel Zeit mit Diskussionen ueber Leben, Tod und Glauben verbracht, denn die Stadt hat eigentlich nicht sehr viel zu bieten mit Ausnahme von einigen alt-hollaendischen Bauten und erfrischend kuehlen Einkaufscentern mit eiskalten Kinos. Somit waeren wir jetzt auch wieder auf aktuellen Kino-Stand. Oder habt Ihr Lt. Andanan (Malaz Production) etwa gesehen?

Von Melakka gings dann weiter in die Weltstadt Singapore. Dort haben wir in Little India in der Wohnung einer Chinesischen Familie Unterschlupf gefunden. Das zeigt, dass nicht nur Inder in Little India wohnen 🙂 Am naechsten Tag haben wir uns dann aufgemacht, ein Paar Schweizer zu ueberaschen. Konkret: Mit Hilfe aus der Schweiz haben wir in Erfahrung gebracht, dass Tanjas Eltern und ein befreundetes Paar knapp 3 Tage in Singapore sind und so sind wir mit breitem Grinsen in Ihrem Hotel aufgetaucht. Nachdem sich die Ueberaschung (ohne Herzinfarkt beiderseits) gelegt hat, haben wir dann die Rolle als (nicht ganz billige) Fremdenfuehrer uebernommen. Diese Rolle umfasste die Organisation zahlreicher Besichtigungen: Die Insel Sentosa mit z.B. der Gondelfahrt zur Insel und der bekannten Unterwasserwelt, die Nacht-Safari und einige der bekannten Strasse und Viertel dieser ausserordentlich faszinierenden Stadt. Als Fremdenfuehrer erhielten wir zahlreiche Verguenstigungen, fuer die wir uns hier nochmals herzlich bedanken moechten.

Nachdem wir uns dann auf schweizerdeutsch verabschiedet haben, sind wir am naechsten Morgen wieder in die Sandalen gestiegen, nach Malaysia zurueckgekehrt und gleich von Johor Bharu nach Borneo, genaugesagt nach Kota Kinabalu geflogen. Und – um es gleich vorwegzunehmen – wir haben entgegen Tanjas Vermutungen ueberlebt! In KK – wieder die gebraeuchliche Abkuerzung –  haben wir uns dann zuerst einen Beachtag im TAR-Nationalpark geleistet, bevor es dann weiter zum Kinabalu Nationalpark ging. Aufgrund des grossen Andrangs mussten wir dort einige Tage in wiederum angenehmer Kuehle verbringen, bevor wir dann am 19. September endlich zum Basiscamp aufbrechen durften.

Morgens um 7.30 haben wir unseren privaten Fuehrer kennengelernt (ca. 1.50 m hoch und 80 Jahre alt, nur noch 5 Zaehne und spricht kein Wort Englisch). Der Aufstieg am Tag 1 beginnt bei ca. 1850 m u. Meer und fuehrt durch verschiedene Vegetations- und Klimastufen bis zum Basislager auf ca. 3250 m hinauf. Nach harzigem Beginn, wo wir von 2 seltsamen Typen ueberholt wurden, haben wir uns gemeinsam mit anderen Wagemutigen Meter um Meter in die Hoehe geschraubt. Nach ca. 3 Stunden und einem Schweissverlust von ca. 26 Litern waren wir dann mit unserer Kondition am Ende. Anhand der Gestik unseres immer noch laechelnden, schweisslosen Fuehrers, haben wir erkannt, dass es noch 1 Stunde dauert, bis wir Laban Rata, unsere Nacht-Bleibe, erreichen werden. Also hiess es auf das Zahnfleisch beissen und Schritt um Schritt weiter durch den Nebel in die Hoehe kaempfen. Gegen Mittag hatten wir dann das Ziel (Laban Rata) vor Augen und konnten bald beruhigt, teilweise erholt und gestaerkt dem Nachtaufstieg zum Mt. Kinabalu entgegenblicken.

In der Nacht wurden wir um 02.00 Uhr unsanft geweckt, da 90% der Gaeste aufstanden um alsbald auf (und teilweise spaeter zusammen-) zubrechen Fuer uns ging es nach einer Scheibe Toast um 3.30 Uhr los. Gewappnet mit Faserpelz, Cortex-Jacke, Handschuhen und Stirnlampe gingen wir in die Kaelte (ca. 2 Grad), um nach einigen hundert Meter (breit und hoch) festzustellen, dass auch in der Arktis geschwitzt werden kann. Trotzdem zogen wir uns im Schein des fast vollen Mondes an zahlreichen vorhandenen Seilen in die Hoehe und knapp vor 6.00 Uhr erreichten wir mit leichten Kopfschmerzen und Schwindelgefuehl den Gipfel des 4095.2 m hohen Mt. Kinabalus. Der Sonnenaufgang erfolgte kurze Zeit spaeter uns ermoeglichte ein Blick weit ueber die Taeler und Huegel von Borneo. Nach einer Staerkung in Form eines Mars, resp. Snickers gings es dann bald wieder hinunter in die Tiefe. Wir konnten nun bei Sonnenschein kaum glauben, dass wir uns diese steilen Klippen hinaufgezogen, geschleppt, gekeucht, gekaempft haben, doch der Abstieg erwies sich als ebenso moerderisch.

Gegen 8 Uhr erreichten wir wiederum Laban Rata, wo wir uns fuer kurze Zeit bereits erschoepft aufs Bett legten. Um 9 Uhr gings dann wieder mit Vollpackung los, ein Abstieg ueber weitere 1400 m lag vor uns und v.a. unseren Knien. Waehrend Tanja dies eingermassen gut bewerkstelligte, verging bei Marcos Knien schon nach kurzer Zeit Hoehren und Sehen und jeder Schritt wurde zu einem beinahe unkalkuliertem Risiko – sacken die Beine zusammen oder halten sie noch durch. Anmerkung Tanja: Habe Marco noch nie so jammern hoeren, er hat im letzten Abschnitt darum gebeten, kriechen zu duerfen. Habe ich im Angesichts des Bergsteigerrufs unserer Schweizer Nation jedoch verweigert!

Doch irgendwie haben wir es dann doch hinunter geschafft und nach einer kurzen Suppen-Staerkung gings dann weiter per Bus nach Sepilok, dem ReHa-Center fuer Orang-Utans. Und wie wenn wir nicht schon genug gelaufen waeren… der Bus hat uns in tiefster Dunkelheit an einer Kreuzung ausgesetzt und so mussten wir uns wiederum mit unserem Stirnlampen noch knapp 2 km bis zu unserem Guesthaus schleppen wo wir dann endlich, voellig erschoepft in einen tiefen Schlaf fielen. Doch die Schmerzen kamen am naechsten Tag in Form – wie waere es auch anders zu erwarten gewesen – von animalischem Muskelkater (trotz Stretching).

Trotzdem kampften wir uns am naechsten Tag Schritt fuer Schritt ins Orang-Utang Center, wo wir am Vor- und am Nachmittag an der Fuetterung der ausgewilderten, ausserordentlich menschlich wirkenden (96% der Gene wie beim Menschen), faszinierenden Tiere teilnehmen konnten (Gruss an Maja, erweckte wirklich Muttergefuehle!).

Und nun sind wir in Sandakan, an der Kueste von Malaysisch-Borneo und bereiten uns geistig auf unseren Trip zu den Affen, Elefanten, Krokodilen usw. in den Dschungel vor. Dann gehts weiter nach Indonesien. Aber mehr dazu in der naechsten Ausgabe der tama-News.

Liebe Gruesse aus der Ferne, tama

PS: die Schweiz hat – Stand heute morgen – 1 Gold, 3 Silber und 1 Bronce-Medaille. Kann uns jemand mitteilen, wir wir zu dieser Ehre gekommen sind (wer, Disziplin etc.)?

PPS: wann kommt Dino-News 2?

Tama-News die 4 1/2. (27.9.2000)

Hallo zusammen

Hilfe, wir stecken in Kalimantan fest! Und um der Hitze zu enfliehen nehmen nehmen wir fast alles auf uns.. sogar Email zu lesen, schreiben etc. Genauer: wir haben soeben 26 neue Mails gelesen. Vielen Dank fuer die spannenden, aufmunternden und allgemeinen, sportlichen etc. News aus CH und Umgebung. Besonders mitgenommen hat uns diesmal, dass Moritz Leuenberger sich den Schnauz abrasiert hat.

Die letzten paar Tage haben wir im Dschungel am Kinabatangan River verbracht. Durch die ueberaus exzessiven Abholzungen und Anbauten von Palmplantagen zwecks Gewinnung von Palmoel (ca. -80% Dschungel in den letzten 10 Jahren) ist um diesen Fluss eine Art Tieroase entstanden. Diese Tiere allerdings alle zu sehen ist allerdings immer noch schwierig. Wir haben es trotzdem auf Dutzende von Affen verschiedener Herkunft (Macaqs, Proboscis – die mit den maennlich-langen Nasen) sowie zahlreiche Klein- und Krabbeltiere gebracht. Und Elefantenmist haben wir auch zentnerweise gesehen. Aber leider keine Elefanten selber. Und unsere Unterkunft war ueberaus … basic. 5 feuchte Matratzen (die von Tanja stank nach Pisse) auf dem Boden eines Bambushauses mit loechrigen Moskitonetzen und zahlreichen Mitbewohnern (v.a. fette und farbige Spinnen, Kakerlaken, Ratten etc.) Und wenn wir Glueck hatten, kam mal eine riesige Echse zu Besuch.

Nachdem wir auch das ueberlebt haben, haben wir uns aufgemacht, neue Grenzen zu ueberschreiten und entgegen dem Ratschlag unseres Reisefuehrers (Lonely Planet) die Grenze von Sabah nach Indonesien zu ueberschreiten. Und siehe da.. es war einfach wie noch nie. Beim Eintritt in Indonesien wurden wir gar gefragt, ob wir nicht ein Jahresvisum moechten, das Land sei doch so schoen (Unsere Vermutung: Die haben ein Visa-Budget von x Tagen pro Jahr. Da wir vermutlich die einzigen Weissen innerhalb der letzten 360 Tage waren, haetten sie uns gerne mehr Tage geben wollen).

Und nun sind wir hier in Tarakan. Absolut keiner spricht hier Englisch, aber jeder interessiert sich fuer Dich und probiert Dir auf irgend eine Art und Weise zu helfen. Irgendwie scheint es fuer jeden klar zu sein, dass wenn man hierher kommt, dass man auch indonesisch spricht. Sie sprechen sogar unter der Dusche (ind. Mandi) mit Dir – auch wenn keine Antwort zurueckkommt, weil man ja nichts versteht.  A propos Dusche: Dieselbe besteht aus einem Becken gruener Sauce (sog. Wasser) und einem Schoepfloeffel. War aber toll. Und uebrigens, die gruene Sauce wird auch zum Zaehneputzen gebraucht.

Die letzte Nacht haben wir in einem Puff in auf einem Holzbrett verbracht. Aber nachdem ich – Marco – vorher einige Male gekozt habe und Tanja sich auch nicht so wohl gefuehlt hat (beide Magenverstimmung), haben wir goettliche 11 Stunden geschlafen. Geweckt nur durch das Gekratze der Ratten oder das Gekiffe einiger Indonesier vor unserer Zimmertuere. Aber was will man mehr fuer CHF 5 die Nacht?

Morgen gehts mit dem Pelni-Schiff weiter nach Balikpapan und dann werden wir uns nach einem Flug nach Lombok oder Flores umschauen.

Bis bald, Gruesse aus Indonesien, tama

PS: Die neue Dino-News ist angekommen
PPS: Unsere Magenverstimmung ist vorbei. Allerdings werden wir ca. 1 Jahr lang keine Nudeln mehr essen… vielleicht.

Keine Angst wir leben noch (21.10.2000)

Hallo zusammen

Nach Wochen in der Wildnis und im Ghetto haben wir der oeffentlichen Post in Maumere wieder mal einen PC gefunden, von dem aus man sogar fast guenstig internettlen kann.

In wenigen Tagen werden wir hoffentlich wieder in Bangkok sein und dann wieder ein grosses Mail verfassen. Bis dahin moechten wir Euch einfach mitteilen, dass es uns immer noch hervorragend geht. Ausser Tanja, denn bald steht ein Flug in einem Propellerflugzeug an, wenn wir nicht Tagelang hier feststecken moechten… Aber ich bin mir sicher, sie wird das gut ueberleben.

Bis bald und liebe Gruesse aus Flores / Indonesien, Tanja und Marco

PS: wir sind so nahe bei Australien, dass Taenel machmal rueberschwimmen moechte… aber ohne Visa gehts halt leider nicht.
PPS: Unterkuenfte weisen hier selten frisch gewaschene Bettlaken auf und riechen dementsprechend auch irgendwie seltsam. Das Wasser stammt meistens aus einer Mischung von Regen und Boden, also weiss ist es demnach auch in den wenisten Faellen. Aber wir geniessen es trotzdem.

Tama-News die 5. (25.10.2000, aus Bangkok)

Hallo lieber Leser

Back to the roots koennte das Thema dieser Tama-News sein. Seit der letzten News sind einige aufregende Wochen vergangen, in denen wir viel naeher bei Huehnern, Kuehen und Baby-Haengebauchschweinen waren als bei Computern. Und nun sind wir wieder in Bangkok. Aber alles der Reihe nach…

Vielen Dank wieder fuer die Neuigkeiten aus der CH. Besonders mitgenommen haben uns diesmal ernsthaft die Ueberschwemmungen in der CH. Ansonsten freut es uns natuerlich im 32 Grad heissen Bangkok, dass wir scheinbar dem nass-kalten Herbst in der CH entkommen sind, ha.

Die letzte Mail haben wir aus Borneo, genaugesagt Tarakan im indonesischen Teil Kalimanten verschickt. Danach haben wir eines der beruehmt-beruechtigten Pelni-Schiffe bestiegen (indonesisch staatliche Schiffahrtsgesellschaft), wo wir von ca. 2500 Indonesiern und Dutzenden von Krabbeltieren aller Art (v.a. Kakerlakis indonesis) auf Fussboden und Betten begruesst wurden. Die Indonesier waren zwar anstrengender (winken, laecheln, Fotos, Adresstausch etc.) aber doch um Welten angenehmer. Die 20 Stunden fahrt waren dementsprechend kein Zuckerschlecken. Der einzige kuehle Platz auf dem Schiff war die Bar, resp. Karaoke-Bar, wo von morgens um 8 bis abends um 11 gesungen wurde. Und nicht immer wirklich gut. Aber dafuer wirklich laut. Und als Premiere hat ein junger Indonesier noch einen ‹Lovesong only for me› (Marco) gesungen. Da fragt man sich doch, ob man auf dem richtigen Dampfer ist? Und besonders hervorzuheben sind auch die Sicherheitsvorkehrungen an Bord, z.B. beim Putzen oder Ticket kontrollieren, wo man im Gang oder in der Kabine eingesperrt wird. Und dann waere dann noch der Typ, der vor meiner Duschbenutzung dort reingepinkelt hat. Das mag vielleicht komisch toenen, aber da in Indonesien grundsaetzlich aber Dusche und Toilette gleich sind.. allerdings nicht auf dem Schiff! Nach der Ankunft haben wir uns dafuer eine erholsame und gesunde (einige Fastfood Menus und Donuts) Nacht in einem 3-Stern Hotel geleistet. Herrlich, weisse Laken und sogar heisses Wasser.

Dann gings per Flugzeug weiter nach Bali (back to Civilization) und es tat richtig gut, wieder mal ‹Weisse› zu sehen und was anderes als Reis zu essen. Nach 2 erholsamen Tagen am Strand gings dann weiter nach Lombok (Bali kannten wir schon), genaugesagt in den urchigen Sueden nach Kuta. Und ja, Kathrin, wir haben die Gruesse ausgerichtet und dafuer einige Drinks erhalten aber nein, es hat uns dort nicht so gut gefallen. Drum gings bald weiter in den Norden auf die Gilli Island, unser eigentliches Kur-Ziel. Dort verbrachten wir wieder mal eine sehr angenehme Woche mit Tauchen, Faulenzen, Haengemattenliegen und Fisch-Essen.

Als wir wieder so richtig braungebrannt waren, machten wir uns auf den Weg nach Flores. Fuer den ca. 30 Std. Tripp haben wir allerdings sage und schreibe 42 schwitzende, eingeengte und hungrige Stunden gebracht, doch dann kamen wir endlich in Labuanbajo, Flores an. 2 indonesische Fahren und einige indonesische Busse lagen hinter uns und wir genossen die Kaltwasser-Dusche nachts um 2.30 wie noch selten. Am naechsten Morgen sind wir dann nach Waecicu Beach umgezogen, geplant waren nochmals zwei Tauchtage. In Waecicu haben wir uns dann wieder auf den Haengematten erholt und haben mit zahlreichen anderen Backpackers getrunken, und allerlei seltsame Spiele gespielt (z.B. das unschlagbare Fuck-you). Waehrend ich einige super Tauchplaetze genoss, hat Tanja einen sehr lehrreichen und teilweise auch interessanten Tag verbracht. Ihr Tip an alle zukuenftigen Reisenden: MEIDET MOSLEMISCHE HOCHZEITEN! Etwas konkreter: Sie ging auf einen pre-touristischen Gratistripp, wo es darum ging, die Pfade zukuenftigen Eco-Tourismus zu erkunden und geniessen. Das haben sie dann auch getan, nur dass die Pfade lang und schlammig waren und die vorher von Touris  verschonten Einheimischen nun anstatt des beruehmten Hello Misters die beruechtigen Worte Fuck you sprechen. Eigentlich schade, oder? Da dann auch noch die Ebbe dazukam, konnten sie nicht mit dem Boot zurueckkehren und waren stundenlang zur absolut aktionslosen Hochzeit verdammt. Um 1.45 in der Nacht wurde ich dann sanft geweckt.. das Wasser war scheinbar zurueckgekehrt.

Als Tanja dann endgueltig genug von meinen Taucheskapaden hatte, machten wir uns auf, Flores zu erkunden. Flores ist eine Insel, wo sich auf 750 km Laenge eine schmale, steile und SEHR kurvige Strasse an allen moeglichen Landschaftstypen, Bergen und rauchenden Vulkanen vorbeidraengt. Wir haben einige dieser 750 km eingequetscht im 40 Grad heissen Bus mit zahlreichen Locals, Geissen und Huehnern, Schweinen und kotzenden Kindern verbracht. Die durchschnittliche Fahrt dauerte ca. 8-9 Stunden. 2-3 Stunden lang herumkurven im Ort, bis wirklich jeder Quadratzentimer durch eine oder mehrere Personen besetzt war (inklusive Dach und Aussengestell) oder durch Reissaecke so beladen war, dass auch keine kotzenden Kinder mehr Platz hatten. Und ausnahmsweise muss ich sagen, dass dies KEINE Uebertreibung ist. Dann kamen ca. 5-6 Stunden staubige, kurvige Fahrt, die allerdings meist unterbrochen wurden durch ein bis zwei Reifenwechsel (wiederum eine Stunde verloren). Das ergibt dann 8-9 Stunden.

Nachdem wir jeweils eine weitere Fahrt ueberlebt hatten, genossen wir allerdings die Umgebung, so z.B. die einsamen, einheimischen Doerfer in der Region von Bajawa, wo die Leute wirklich noch so leben wie vor langer Zeit oder den Kelimutu, einen erloschenen Vulkan in der Naehe von Moni, wo 3 Kraterseen die groesste (allerdings eher enttaeuschende) Attraktion von Flores bilden. Als wir dann in Maumere, der Hauptstadt nur ca. 1 Flugstunden von Australien weg ankamen, versuchten wir rasch Tickets fuer den Rueckflug nach Bali zu erhalten, doch wurden etwas abgeschreckt durch die indonesische Aussage, dass alle Fluege voll besetzt waeren. Nun, indonesische Tatsache bedeutet, dass es auch anders geht.. wenn man genuegend GEld hat. Und so flogen wir am uebernaechsten Tag um 75’000 Rupien Schmiergeld aermer (ca. 15 CHF) uebergluecklich zurueck nach Bali. Sogar die flugaenstliche Tanja war uebergluecklich, obwohl es ihr erster Flug in einem Propellerflugzeug war. Allerdings hat sie jetzt noch graue Haare vom 40ig-jaehrigen Schwarzweissfoto, das uns mit dem Hinweis ‹that’s your plane› gezeigt wurde. Aber das Flugzeug war dann einiges neuer!

In Bali wollten wir uns eigentlich wieder 2 Tage touristisch erholen und ich haette meine ersten Surferfahrungen machen wollen. Doch wiederum kam alles anders: Nach einem gemuetlichen Fruehstueck haben wir um 9.30 erfahren, dass am gleichen Tag um 12.15 das billigste Flugzeug nach Bangkok abhebt. Allerdings waere dieses ausgebucht. Positiv eingestellt wie wir nun mal immer noch sind, haben wir unsere Sachen gepackt und sind um 11.00 bei der Royal Air Brunei einmarschiert. In Windeseile wurden wir aufgeklaert, dass der Flug via Bruei geht (hallo Borneo, da waeren wir wieder!) und dass nicht garantiert werden koenne, ob von Brunei aus Platz bis Bangkok zur Verfuegung stehe. Aber eben, nun sind wir in Bangkok und das einzig schlechte am Flug war, dass wir nicht wie insgeheim gehofft in die Business Class upgraded wurden. Naja, vielleicht haetten wir doch Socken in den Sandalen anziehen sollen?

Nun heisst es abwarten bis Indien. Unser Visa erhalten wir erst Anfangs November, drum geht es in wenigen Stunden fuer eine gute Woche in den Norden Thailands nach Chiang Mai.

.. und wie es weiter geht, erfahrt Ihr mit der naechsten Tama-News.

Heiss-feuchte Gruesse aus Bangkok, tama

Willkommen in Indien (4.11.2000)

Hallo Familien aller Art

Ja, wir haben es geschafft. Nachdem Tanja eine erneute aufregende Premiere, naemlich den Flug mit der kleinsten internationalen Fluggesellschaft der Welt (Anmerkung des Authors: Druk Air alias Royal Bhutan Air, Flugzeugflotte von sage-und-schreibe 2 !! Flugzeuge) ueberlebt hat, sind wir erfolgreich in der ca. 14 Mio Stadt Kalkutta resp. Kolkata angekommen.

Wir wollten zuerst mit einem billigen Bus in die Stadt fahren, schliesslich sollte dies fuer uns mit 3-monatiger Reiseerfahrung kein Problem sein. Aber es kam anders: Als wir merkten, dass wir a) die Busse nicht erkennen da kaum angeschrieben und b) aufsteigen im Fahren mit Rucksack schwierig ist und c) ca. 200 Inder jeweils vor uns aufstiegen und d) bereits ca. 300 Inder im Bus drin waren, TJA, DA GABEN WIR AUF UND NAHMEN EIN TAXI.

Kalkutta ist eine faszinierende, riechende, hupende, viel belebte und aufregende Stadt. Wir leben in einer der touristischsten Strasse der Stadt und doch leben hier mehrere Familien am Boden, alle waschen sich direkt auf der Strasse am Hydranten oder am Ziehbrunnen (resp. Pump-Brunnen) und wenn jemand mal muss, naja, ihr koennt Euch das sicherlich vorstellen. Es gibt hier unzaehlige Bettler jeden Alters und jeder vorstellbaren Koerperdeformierung. Eine Stadt, in der wirklich alle Sinne jederzeit gefordert werden, denn beim Gehen muss man immer schauen, dass man nicht in fahrende Autos, Rischkas oder Tuktuks oder in Schafe, Ziegen oder auch in die vielen anderen Personen geraet.

Und dazu kommt noch, dass die Temperatur sich bei angenehmen, abgasgeschwaengerten, smogvergifteten 34 Grad eingepedelt hat. Und ueber die Luftfeuchtigkeit moechten wir schon gar nicht sprechen.

Heute Abend goennen wir uns eine 13-stuendige Zugsfahrt in der 2. Schlafklasse und werden in wenigen Tagen vermutlich an der klaren, kuehlen Luft am Rande des Himalayas sein. In Sikkim (ebendiese Region) werden wir eine mehrtagige Trekkingtour machen und uns demnach erst nach unserer Rueckkehr wieder melden.

Wir gehen jetzt ‹ausnahmsweise› mal Auswaerts essen, was uns natuerlich in brutale Unkosten stuerzt. Schliesslich haben wir gestern Abend ganze 75 Rappen pro Person fuer das Essen bezahlt. Da muessen wir den Guertel wohl bald enger schnallen (und wenn nicht wegen Geld, dann wegen Durchfall).

Bis dann liebe Gruesse via Inder-Net aus Kalkutta, Tanja und Marco

Tama-News die 6. (22.11.2000, Varanasi)

Hia allerseits

Fuer einmal muessen wir nicht nicht nur von Sun, Fun usw. berichten, nein, bei Temperaturen von bis zu minus 10-20 Grad und Schneefall sind auch wir kraeftig ins Zittern gekommen. Nun braucht sich also niemand mehr wegen unserer Wetterberichte zu beklagen!

Weiter moechten wir uns fuer die wiederum zahlreichen Information aus aller Welt bedanken. Es freut uns natuerlich immer, wenn jemand die Schweiz verlaesst und sich der grossen Backpackers-Familie anschliesst. Wir hoffen auf gute News!

Unsere Reise fuehrte uns diesmal zuerst in den Norden von Thailand. Waehrend wir auf unser Indien-Visa warteten, wollten wir auf einer ‹obligaten› Hill-Tribe Trekking Tour die traditionellen Voelker in den Bergen besuchen. Der Trip war amuesant und lustig, doch um es kurz zu machen: Markenjeans und T-Shirts haben auch in den entlegenen Bergregionen Einzug gefunden.

Dann aber gings los nach Indien. Wir flogen mit Druk-Air alias Royal Air Bhutan, der kleinsten internationalen Fluggesellschaft der Welt (2 Flugzeuge!!) in die 14 Millionen-Stadt Kalkutta resp. neu Colcatta.

Wir wollten zuerst mit einem billigen Bus in die Stadt fahren, schliesslich sollte dies fuer uns mit 3-monatiger Reiseerfahrung kein Problem sein. Aber es kam anders: Als wir merkten, dass wir a) die Busse nicht erkennen da kaum angeschrieben und b) aufsteigen im Fahren mit Rucksack schwierig ist und c) ca. 200 Inder jeweils vor uns aufstiegen und d) bereits ca. 300 Inder im Bus drin waren, TJA, DA GABEN WIR AUF UND NAHMEN EIN TAXI.

Kalkutta ist eine faszinierende, riechende, hupende, vielbelebte und aufregende Stadt. Wir leben in einer der touristischsten Strasse der Stadt und doch leben hier mehrere Familien am Boden, alle waschen sich direkt auf der Strasse am Hydranten oder am Ziehbrunnen (resp. Pump-Brunnen) und wenn jemand mal muss, naja, ihr koennt Euch das sicherlich vorstellen. Es gibt hier unzaehlige Bettler jeden Alters und jeder vorstellbaren Koerperdeformierung. Eine Stadt, in der wirklich alle Sinne jederzeit gefordert werden, denn beim Gehen muss man immer schauen, dass man nicht in fahrende Autos, Rischkas oder Tuktuks oder in Schafe, Ziegen oder auch in die vielen anderen Personen geraet.

Dazu kommt noch, dass die Temperatur sich bei angenehmen, abgas-geschwaengerten, smogvergifteten 34 Grad eingepedelt hat. Und ueber die Luftfeuchtigkeit moechten wir schon gar nicht sprechen.

Um Kalkutta zu entfliehen, goennten wir uns eine 13-stuendige Zugsfahrt 2. Schlafklasse – eine gemuetliche Reise, praktisch sicher, denn wir wurden von 2 Sicherheitstypen bewacht, welche beide mit Pistolen und Gewehren aus der Zeit vor dem 2. WK bewaffnet waren. Zudem kam, dass der eine so stark geschielt hat, dass er vermutlich die Haelfte aller Zugsfahrenden erschossen haette, wenn es zu einem Zwischenfall gekommen waere. Aber im Gegensatz zum gleichen Zug eine Woche vorher wurden wir nicht ueberfallen.

Am gleichen Abend kamen wir dann noch in Darjeeling, einer britischen Tee-Stadt auf 2000 Metern in den Bergen an und verbrachten dort angenehme 2 Tage im Luxus eines ungeheizten Zimmers mit Satelliten-TV fuer 12 CHF pro Nacht.

Dann gings weiter nach Gangtok in Sikkim, wo wir uns mit einem ‹laestigen› englischen Paaerchen, das uns noch Wochen verfolgen wird, auf die Suche nach dem optimalen Trek machten. Als wir den gefunden hatten, gings dann los: 7 Tage im Himalaya erwarteten uns, wir waren 2 Englaender, 2 Deutsche, wir zwei, ein Guide, ein Koch und hatten 10 Porter dabei. An den ersten beiden Tage trekkten wir ca. 30 Kilometer und stiegen bei kaltem Wetter und sehr grauem Himmel bis auf 4034 m. Dann fing es an zu schneien, nicht unbedingt erwartet und noch immer hatten wir keine Berge gesehen, da die Sichtweite nur ca. 20 m betrug. Am naechsten Tag wurde es dann aber besser, endlich offenbarten sich in einer Luecke in den Wolken die ersten zig-tausender und gleich gings viel einfacher mit gehen. Ausser bei Tanja: aufgrund von Problemen mit der Hoehe (Hoehenkrankheitssymptome) gab sie am selben Abend noch forfait und wir mussten die restlichen Hoehenmeter alleine bezwingen. Nach einer Uebernachtung auf 4300 m im Zelt bei -10 bis -20 Grad machten wir uns um 04.00 Uhr auf, den Goeche La Pass zu bezwingen. Knapp 4 keuchende und frierende Stunden spaeter hatten wir es geschafft: auf 4942 m ueber Meer bot sich uns ein fantastischer Anblick auf einige der hoechsten Berge der Welt (z.B. Kanchenjunga, mit 8592 m die Nummer 3). Allerdings ging unser Leiden noch weiter, da wir halb am Verdursten waren, weil das Wasser in unseren Flaschen gefroren war.

In den naechsten 2 Tagen gings dann praktisch nur noch runter und bald kamen wir wieder unten auf 1780 m an. Erschoepft aber gluecklich.

Nach zwei weiteren erholsamen Tagen in den Bergen verliessen wir dann Sikkim und machten uns wiederum im Zuge auf nach Varanasi. Nun, Varanasi ist der heiligste Ort fuer die Hindus. Jeder Kranke will dort sterben, jeder will dort fuer seine Suenden buessen usw. Und jeder war im gleichen Zug wie wir. Jeder? In unserem 6er Luxus-Schlafabteil befanden sich 16 rauchende, furzende, essende Leute. Doch hey, wir erhielten immerhin ein ganzes Bett fuer uns beide und Tanja war wirklich froh, dass sie nicht neben einer Leiche schlafen musste. Und es zeigte sich, dass wir langsam wirklich abgehaertet sind: Trotz diesen sehr knappen Platzverhaeltnissen, dem hohen Laermpegel und dem Mangel an Sauerstoff schliefen wir hervorragend.

Und nun sind wir hier in Varanasi. Gestern Abend machten wir eine Ruderbootsfahrt auf dem Ganges, dem heiligen Fluss der Hindus und konnten beobachten, wie sich hunderte von Pilgern, Einheimischen, Sterbenden und Trauernden im Fluss waschten und daraus tranken, wie die Asche der auf den Treppenstufen verbrannten in den Ganges gestreut wurde und wie die Abwasserkanaele der Stadt nicht wirklich fuer eine Wasserqualitaetsverbessergung sorgen. Wenigstens hat unser Boot keine der im Wasser schwimmenden Leichen gerammt (die Armen, Heiligen und Babies werden unverbrannt ins Wasser geworfen).

Das grosse Problem danach war das Wiederfinden unseres Guesthauses.. der Weg fuehrt durch zahlreiche kleine, dunkle Gaesschen, die allesamt vollgestopft sind mit allerlei Tieren, Menschen – von Bettlern bis zu wunderschoen farbig angezogenen Frauen. Als wir das Hotel dann fanden, war vor unserem Balkon eine Hochzeitsparty in vollem Gange.. die ganze Nacht wurde getanzt, getrommelt, ge-trompetet usw. Aber wiederum schliefen wir wundervoll. Jetzt koennen wir nur noch hoffen, dass die zahlreichen Affen oder Eichhoernchen uns nicht unsere frisch gewaschene Waesche auf dem Balkon entfuehrt haben.

Morgen gehts dann weiter nach Agra zum Taj Mahal und dann in Richtung Rajastan. Im Moment schwebt uns auch eine Woche Ferien in Goa zwischen Weihnachten und Neujahr vor. Aber mal schauen…

Liebe Gruesse aus Indien, tama

PS: Wundert Euch nicht ab den Umweltkatastrophen.. wenn man die Luft hier einatmet, kann man sich lebhaft vorstellen, wie dies zur Klimaerwaermung fuehrt.

PPS: Hier noch einige Weisheiten betreffend Reisen in Asien resp. wie man am einfachsten verhaftet werden kann:
1) Step outside without bringing your passport, or a copy of it.
2) Attend a political rally of any kind, especially if the organisers are members of an opposition party.
3) Photograph a train station or bridge or the inside of a bazaar or department store.
4) Spend more than 10 minutes at the bus station in Bishkek, Kyrgyzstan.
5) Drive anywhere in Uzbekistan at night, or try to cross an Uzbek border by car rather than on foot. This is especially true at present in the Fergana valley, particularly if you are impatient with the militia at any of the checkpoints between towns.

PPPS: Und hier noch die Tips, was man dagegen unternehmen kann:

1) Never leave your hotel room.
2) In the event of an earthquake, you may leave your hotel, but only if there are no tall buildings nearby.
3) If you must leave your hotel, (see 2, above) always carry a firearm. Never carry cash of any kind. Instead, make all purchases with a credit card. Keep a certified copy of the credit card in a locked, fire-proof, earthquake-proof safe.
4) Never talk to the locals. Some of them are criminals.
5) Never open any windows, especially when it is unbearably hot and you long for a cool breeze, as this will be the time when the criminal elements who are always watching you from the black car across the street will expect you to open your window. Only ride in cars that have air conditioning so that you’re not foolishly tempted to open a window, thereby putting your life in danger.

Tama-News die 7. (22.12.2000)

Hia

Schon wieder ist einige Zeit vergangen und es scheint, als waere die CH im Weihnachtsstress.. wir haben zwar einige Mails aber wenige News erhalten (sags doch mal mit dem Zaumpfahl 🙂

Die letzten Tama-News haben wir im heiligen Varanasi verfasst, dann gings weiter nach Agra, zum touristischen ‹Hoehepunkt› Indiens, dem schoensten Gebaeude der Welt, dem Taj Mahal. Das Gebaeude ist zur Zeit Mittelpunkt
heftigster Diskussionen in der Welt der Backpacker, da die indische Regierung seit dem 1. Oktober dieses Jahres die Preise aller beruehmten Touristendenkmaeler von ca. 10 Rupien (0.35 CHF) auf 10 USD resp. 20 USD fuer den Taj Mahal erhoeht hat. Eine stattliche Summe, fuer die man einige Tage relativ gut ueberleben kann. Zudem beginnt sie nun, den Gratiseintritt an Freitagen abzuschaffen.. was v.a. von der Backpacker-Gemeinde mit Chaos und Tumult beantwortet wird.

Nichtsdestotrotz, wir sind umsonst reingekommen und muessen eingestehen,das Gebaeude ist wirklich beeindrucken. Weniger von innen als viel mehr von aussen (falls es jemand nicht kennt, siehe Anhang).

Nach einer Uebernachtung in Agra (die Stadt mit dem schlechtesten Ruf betreffend Essen in Indien) gings dann im Zuge in den Wuestenstaate Rajasthan, dem Staate der Maharajas und Gebaeude wie aus 1001 Nacht. In Jaipur genossen wir einen Hindi-Kinofilm namens Mission Kashmir. Er offenbarte sich als typisch indischer Film: Es gibt viel Gewalt, jeder weint mindestens 10x, sei er auch noch so ein harter Terrorist, nach den groebsten Gemetzelszenen tanzen und singen Polizei und Banditen gemeinsam und es gibt natuerlich ein Happyend usw. Alle Elemente, die bei uns Dutzende von Filmen ergaeben, werden hier in einen einzigen gepackt.

Jaipur gefile uns nicht besonders, drum gings bald weiter nach Jaisalmer, einer Burgenstadt am oestlichen Ende der Tar-Wueste. In den engen Gassen dieser wundervollen Stadt fuehlten wir uns wohl und auf den romantischen Dach-Terrassen genossen wir farbenfrohe Sonnenauf- und Untergaege ueber der Wueste. Zudem boten die besten Spaghetti und die beste Pizza in Asien etwas Abwechslung vom indischen Essen (ja, ja, das vermissen wir wirklich: CH-Essen).

Die Wueste ist nicht wirklich erlebt, ohne ein paar Stunden auf dem Ruecken eines Kameles (das wir aufgrund nur eines Hoeckers Dromedar nennen wuerden) verbracht zu haben. Und da wir ja Sitzleder haben, entschlossen wir uns, eine 3-taegige Safari zu machen. Nun, es ist viel Zeit seither vergangen, und Zeit heilt ja alle Wunden.. aber was haben wir gelitten! Amerikaner, Kanadier, Australier und wir 2 Schweizer – vereint durch die Schmerzen beim Reiten (14 Stunden total). Dafuer haben uns die Abende am Lagerfeuer (wusstet Ihr dass der Anfangslohn in New York fuer Anwaelte frisch ab Law School mindestens 150’000 USD betraegt?), die sensationellen Sonnenauf- und Untergaenge in der Wueste und die eiskalten Naechte (10 Grad, wers glaubt!?) unterm glasklaren Sternenhimmel fuer vieles entschaedigt. Unsere Meinung war anschliessend sehr uebereinstimmend: Es war sehr schoen, aber wir sind froh, dass es vorbei ist!

Nach etwas Erholung im Fort von Jaisalmer gings dann weiter nach Udaipur. Die Reise war etwas anstrengend (12 1/2 h auf holprigster Piste), doch wir sind uns ja einiges gewohnt. Udaipur ist beruehmt aus James Bond – Octopussy und falls jemand den Film noch nicht gesehen hat, in Udaipur wird er jeden Abend ca. 1000 Mal gezeigt. Auch Udaipur hat charmante Gassen, aussichtsreiche Dachrestaurants und einen farbenpraechtigen Maharaja-Palast. Eines der beruehmtesten Gebaeude ist jedoch der Lake Palace, gelegen inmitten des Sees. Frueher ein Haus fuer Koenige und Prinzen, ist er heute ein Luxushotel und -Restaurant, wo sterbliche fuer 750 Rupien eine Buffetdinner erstehen koennen. Nun, unsere Unterkunft in Udaipur (ein schoen dekoriertes Zimmer in einem alten Gebaeude ohne eigenes Bad) kostete 80 Rupien die Nacht (ca. 3 CHF). 2×750 = 1500, das waeren knapp 20 Uebernachtungen.. aber was solls, man goennt sich ja sonst nichts. Und der Abend war es auf jeden Fall Wert, v.a. da uns ein US-Anwaltspaaerchen allen Wein (die Flasche a 1000 Rp plus 60% Tax gleich 1600 Rupien) spendierte. Unser erster Wein seit ueber 4 Monaten. Was haben wir getrunken und genossen!

Dann gings allerdings bald schon weiter in Richtung Sueden. Wehmuetig verliessen wir Rajasthan mit Ziel Goa, wo wir Weihnachten verbringen wollten. Wir mussten allerdings bald feststellen, dass wir nicht die einzigen waren.. alle Zuege waren voll und die Busse – naja. Also entschlossen wir uns kurzerhand um und reisten via Ahmedabad (was fuer eine miese, stinkende Stadt!) nach Aurangabad (wieder eine 20 h Busreise). Von dort aus machten wir einen Ausflug zu den beruehmten Hoehlentempeln von Ellora und genossen mit zahlreichen v.a. indischen Touristen die bizarren Tempel und Goetter aus dem 5. bis 7. Jh.

Indien kann schon recht anstrengend sein, doch da uns Goa verwehrt blieb, entschieden wir uns fuer Puri, ein Ort am anderen Ende von Indien an der Ostkueste.. oder 34h Bahnfahrt weit weg. Aber wir ueberlebten relativ gut, auch wenn aufgrund eines entgleisten Gueterzuges die Route geandert wurde und daher keine Haendler an Bord kamen und wir fast verhungerten.

Puri entpuppte sich dann als einer der typischen Hippy-Hangouts Indiens mit Haschkultur (sog. Bhanga, gibts in Form von Milchshakes, Pancakes, zu rauchen, zu kauen usw., offiziell vom Regierungsladen). Der Strand war nichts besonderes, doch wir liessen uns bald von der Nichtstuer-Mentalitaet anstecken und unser Tagesprogramm beschraenkte sich auf die Auswahl eines gemuetlichen Zmorge-Restaurants mit Zeitungslesen, einige Stunden Lesen am Strand oder auf dem Liegestuhl auf dem Dach, dann Snack und schliesslich Abendessen. Das kann ja nicht alles sein, moegt Ihr hier bemerken. Und Ihr habt recht: Bei soviel Anstrengung haben wir uns einen 5-taegigen STRESS MANAGEMENT YOGA KURS geleistet. Gefuehrt von Yogi Guru Pahigrahi, einem lokalen Universitaetsprofessor (leider keiner mit langem weissen Bart und nacktem Oberkoerper). Kosten total: 1000 Rupien (40 CHF) fuer 10 Stunden Privatunterricht. Hey, und nun endlich fuehlen wir uns richtig relaxed, Ihr habt ja keine Ahnung wie anstrengend ewige Ferien sind!

Aber alles Gute hat sein Ende und gestern 21.12. haben wir Indien via Kalkutta verlassen und sind wieder mal in Bangkok. Und bereits vermissen wir Indien: die Kuehe, Geissen, Schafe auf den Strasse, das ewige Gehuppe aller Rikschas, Autos, die Bettler und Familien auf den Strassen, die Farbenpracht der Kleidung usw. Indien laesst sich kaum beschreiben, Indien muss man riechen, atmen, sehen, erleben. Hier drei typische, fuer uns ungewohnte Eigenschaften der Inder:
– Thema Scheissen: Jeder maennliche Inder verspuert morgens zwischen 6 und 8 den Ruf der Natur und verrichtet sein Geschaeft auf offenen Felde, Gesicht von Tempeln jeder Art, sowie von Strassen abgewandt (dafuer meistens Zuegen zugewandt). Sie waschen sich im Nachhinein mit Wasser oder Erde oder einer Mischung von beidem. Frauen erledigen ihre Geschaefte bereits frueher, ab ca. 4-5 Uhr morgens. Das heisst im Klartext, das es eigentlich keine Toiletten in Indien gibt, dass auf jedem Feld, an jedem Strand, manchmal auch auf jeder Strasse Tausende von Haeufchen aller Farben liegen (die Farbe ist sehr Stark von der Art und Haeufigkeit der Nahrung abhaengig!). Harndrang laesst sich als Mann an jeder Hauswand, Ecke oder wo auch immer abbauen, doch als Frau schickt sich das nicht. Tanja kann ein Lied davon erzaehlen..
– Thema Nase Schneuzen: Entweder in die Finger oder auf die Strasse oder lauthals ‹runterziehen› und dann ‹auschodern›. Spucken gehoert sowieso zum normalen Alltag (geh nie zu nah an einem geoeffneten Fenster vorbei!)
– Thema Touristen: Inder moechten sehr gerne mehr ueber unsere Kulturen erfahren, doch da nicht manche die Moeglichkeit haben mit Touristen zu sprechen, machen sie das meistens mittels TV oder Buechern. V.a. Hollywood Filme und die hinterlassen dann folgendes Bild: Wir sind jeglicher sentimentaler Beziehung unfaehig, geheiratet wird nur, um sich bald darauf wieder scheiden zu lassen, jede westliche Frau will immer und ausschliesslich nur Sex usw. Wir haben probiert einiges zu korrigieren, doch es gibt so viele solcher Meinungen…

Anmerkung: Lest mal das Buch ‹City of Joy› von Dominique Lapierre, es lohnt sich. Es zeigt das Leben in einem Slum in Kalkutta. Eindruecklich!

Wir sind nun dabei unsere Visa fuer Vietnam, Laos und Cambodscha zu organisieren und werden morgen wohl nach Ko Chang abreisen und dort die Feiertage verbringen. Natuerlich relaxed, nach all dem Yoga.

In diesem Sinne wuenschen wir allen froehliche Weihnachten, ein guter Start ins neue Jahr und hoffen, dass wir naechstes Jahr wieder viele News von Euch erhalten. Denn wir sind ja erst 5 Monate weg, kommen also noch nicht gerade zurueck.

Liebe Grusse, tama

PS: Fuer Reise-Interessierte hier noch eine Reisezeit- (hallo Urbi!) und Geldstatistik: In den vergangenen 5 Monaten haben wir:
– 33 Stunden in Flugzeugen
– 107.5 Stunden in Zuegen
– 232 Stunden in Bussen
– 54.5 Stunden auf Schiffen
– und 14 Stunden auf Kamelen verbracht
– Taxis, Rikschas und Tuks sowie kurze Busstrecken sind hier nicht
mitgerechnet

Wir haben seit der Abreise aus Zuerich (inklusive aller Fluege) gemeinsam
5300 Dollar ausgegeben, d.h. pro Person und Tag sind das knapp 18 USD pro Tag (wir leben ja schliesslich nicht Bottom-End und goennen uns mal was ;-).

Hallo aus Indochina (12.1.2001)

Hallo Familie

Scheint als waere der Winter in der Schweiz mit Verspaetung noch eingetroffen. Hier kann man das fuer unser Verstaendnis nicht so richtig sagen. Wir sind seit gestern in Saigon (Vietnam), nachdem wir vorher (nur) etwas mehr als eine Woche in Cambodscha verbracht haben. Aber die Zeit bis zu unserem Flug nach Neuseeland (am 19. oder 26. Februar) vergeht schnell. Saigon ist eine bis jetzt interessante aber sehr feuchte (schlimmer als BKK) Stadt. Aber der Schweiss kann durch hervorragende und ausserordentlich billige offene Biere kompensiert werden. Und dann gibts ja noch allerlei andere Ueberbleibsel aus der franzoesischen Kolonialzeit wie z.B. Baguettes oder Rotwein…

Eine Frage, die mir immer noch keiner beantworten konnte, die mir aber wirklich am Herzen liegt: Wo sind meine Filme, die ich nach Hause geschickt habe, wer bewahrt die auf? Bitte gebt mir hier noch Bescheid. Mir liegt wirklich viel an den Filmen und ich wuerde mich besser fuehlen, wenn ich wuesste, wo diese sind. Im Moment sind ja auch wieder ein paar unterwegs zwischen Bangkok und CH.

Liebe Gruesse aus Saigon, Marco und Tanja

Family-News aus Laos (02.02.2001)

Sali zaeme

Gestern Abend haben wir nach knapp 24-stuendiger Busfahrt von Hanoi (Vietnam) nach Vientiane die Hauptstadt von Laos erreicht und dann mit Mueh und Not noch ein Zimmer gefunden (naja, ein Loch um es genauer zu sagen.. doch das ist jetzt korrigiert, jetzt haben wir international TV im sauberen 7 USD Zimmer).

Wir bleiben nun noch knapp 2 Wochen hier in Laos und werden uns noerdlich hochkaempfen, um dann in der Region von Chiang Khong nach Thailand zurueckzugehen. Tanja freut sich bereits auf Kino und Burger King in Chiang Mai.

Der erste Eindruck von Laos ist sehr gut, sehr friedlich und sogar die Hauptstadt ist eher laendlich. Bis wir in Thailand sind, werden wir uns nicht mehr melden, dann kommt wieder mal ein grosses Sammelstatusmail. Wieso nicht mehr melden.. es ist noerdlich von hier zu teuer oder hat noch gar keine Computer. Tja, dann ist das ganze halt schwierig.

Gruessli aus Laos, Tanja und Marco

Tama-News die 7. (oder so? 18.2.2001)

Sabai-dij allerseits

Nach langer Zeit erscheint wieder mal eine neue TAMA-News. Ich hoffe, dass einige oder die meisten von Euch den Bericht trotz der Laenge (!) lesen und geniessen werden und dass wir auch von Euch wieder zahlreiche Neuigkeiten und Informationen erhalten.

Nachdem wir Ende des vergangenen Jahres aus Indien zurueckgekehrt sind und die letzten Bakterien uns nicht (ganz) umgebracht haben, liessen wir es uns ueber Weihnachten und Neujahr auf der thailaendischen (offiziell
Malariaverseuchten) Insel Ko Chang gut gehen. Waehrend der gut 10 Tage, die wir dort verbrachten, haben wir nichts gemacht ausser Schlafen, Essen, Lesen und faul in der Haengematte zwischen 2 Palmen haengen. Dasch e laebe! Weihnachten haben wir mit 2 Belgiern und den ersten, richtigen, saftigen BBQ-Steaks (Rinderwahn laesst gruessen!) seit LANGEM verbracht und es genossen wie noch selten. Den Uebergang ins neue Jahr haben dann vor allem mit einem Australischen Paaerchen aus Melbourne und einem Schotten sowie ziemlich vielen Ananas Daquiries a la Thai gefeiert und gefeiert und gefeiert und … etc.

Cambodscha:
———–
Kaum hatten wir den Neujahrskater knapp ueberwunden, gings am 2. und 3.1. auch schon weiter via Bangkok nach Siem Reap in Cambodscha. Im besten Minibus je in Asien gings in 5 Stunden bis zur Cambodschanischen Grenze, dann gings weiter auf der gemaess Ruf schlechtesten Strasse in ganz Suedostasien: Die Schlagloecher sind (fast ohne zu Uebertreiben) so gross, dass sich ganze LKWs darin verstecken koennten, bei Regen kann die Fahrt mehrere Tage dauern aber hey, wir hatten Glueck und mussten NUR 8 Stunden zu dreizehnt zusammen mit 17 Rucksaecken auf der Ladeflaeche eines Pickups verbringen.. ein Kinderspiel, oder? (Und die traurige Wahrheit: Unsere Knochen fangen heute beim puren Gedanken daran noch an zu zucken und schmerzen!)

Nachdem wir uns einen Tag in Siem Reap erholt hatten, hielt auch uns nichts mehr und um 5 Uhr morgens (nein, keine Schlafstoerung: Sonnenaufgang!) machten wir uns auf, den beruehmten Tempeln von Angkor inklusive der ‹Mutter aller Tempel›, dem Angkor Wat, einen Besuch abzustatten. Die Tempel um Angkor wurden zwischen dem 9. und 13. Jh erbaut und gerieten in Vergessenheit und wurden vom Dschungel zurueckerobert, nachdem die Khmer-Herrscher ihre Hauptstadt nach Phnom Penh verlegten. 1860 wurden sie allerdings weltberuehmt, als die Franzosen sie neu entdeckten und dann ab 1901 mit Expeditionen und Restaurationen anfingen. Heute ziehen die Tempelanlagen Tausende von Touristen an und in Siem Reap sind Hotels entstanden, wo der zahlungswillige bis 1900 USD pro Nacht ausgeben kann. Tja, wers hat, der hats. Und wir muessen eingestehen: Obwohl wir schon viele Tempel gesehen haben war Angkor doch eine positive Ueberraschung. Gefallen haben uns vor allem die eher wild ueberwachsenen Tempel wie z.B. der Ta Phrom (Tanja fuehlte sich als Indiana Jones in ihrem Element) sowie die Gesichter im Bayonne. Aber waehrend die meisten Leute hier zwei bis drei Tage bleiben, fanden wir dass ein ein Tag genug sei und machten uns am naechsten Tag per Speedboot auf nach Phnom Penh, der Hauptstadt Cambodschas und von dort gleich weiter nach Sihanoukville, einem Kuestenort. An diesen werden wir uns vor allem erinnern… wegen der hervorragenden Lasagne, die wir in einem Restaurant gleich 2x gegessen haben. Sonst wurde unsere Erlebnislust durch einen weiteren Krankheitsanfall Marcos etwas gebremst und so mussten wir auch den geplanten Besuch in Kampot, einem weiteren Kuestenort, absagen und zurueck nach Phnom Penh fahren. Dort haben wir zwei auessert staubige Tage verbracht und einerseits dem Tuol Sleng Museum sowie den Killing Fields einen Besuch abgestattet. Diese beiden Orte zeigen eindruecklich traurig wie erst vor wenigen Jahren Millionen von Cambodschanern durch die Khmer Rouge Herrscher gefoltert und abgeschlachtet wurden (eines der groessten Genocid-Debakel der Menschheit). 

Obwohl wir nicht so viel von Cambodscha gesehen haben, hat uns die Freundlichkeit der Menschen sehr beeindruckt. Was uns allerdings ueberrascht hat, ist dass die Preise fuer das allgemeine (Touristen-) Leben erschreckend hoch sind und praktisch immer in USD berechnet werden. Natuerlich gibt es lokale Kueche, doch moechte man etwas anderes als Nudeln oder Spinnen, dann wirds schwierig und meist teuer.

Vietnam:
——–
Am 11. Januar gings dann weiter nach Saigon resp. Ho Chi Minh Stadt. Dort verbrachten wir einige Tage mit Stadtbesichtigung, Museen, Maerkten etc. Und Abends haben wir uns mit einigen Franzosen und einer Deutschen der Bierkultur der Stadt gewidmet (2l Draft-Bier fuer ca. 1 CHF) und Erfahrungen mit Strassemassage inkl. Schroepfen (Marco) gemacht (der Ruecken war danach fuer Wochen mit 20 blau-schwarzen Flecken gespickt – offizielle Ausrede fuer Doofies:  Leitungswasser getrunken). Dann gings fuer 3 Tage weiter ins Mekong-Delta, wo wir uns durch wundervolle schwimmende Maerkte und Mekong-Kanaele kaempften. Es war zwar eine organisierte Tour (etwas anderes ist im kommunistischen Vietnam praktisch nicht bezahlbar) a ber dennoch good fun.
 
Nach der Rueckkehr nach Saigon beschlossen wir gemeinsam mit einem hollaendischen Paaerchen in Richtung Norden. Wie zahlreiche andere Touristen hatten wir uns ein sog. Open Tour Ticket erstanden, das uns freie Terminwahl bei Reiseplanung nordwaerts liess. Die erste Busfahrt nach Na Thrang entpuppte sich allerdings bereits als Problemfall. Nach einigen Stunden dahintuckern gestand uns der Busfahrer, dass der Motor bereits am fruehen Morgen defekt war und er eigentlich nicht hatte fahren wollen. Doch sein Boss sah das anders und wir rasten nun mit max. 40 kmh abwaerts resp. max. 2 kmh aufwaerts nur so dahin. Es gab kein Fahrzeug, dass uns nicht ueberholte. So kamen wir nach 16 anstatt 8 Stunden im stroemenden Regen in Beach-Ort Na Thrang an .. und stiegen 36 Stunden spaeter im immer noch stroemden Regen wieder in einen Bus, diesmal nach Hoi An. Gesehen haben wir nichts, doch wir haben gehoert, bei Sonnenschein soll der Ort schoen sein??! Und wieder wurde es nichts aus der angenehmen Busfahrt: Da wir gemeinsam mit Mirjam und Walter, dem hollaendischen Paaerchen, als letzte in eine etwas groessere Variante eines Minibuses einsteigen konnten, mussten wir an  Plaetzen nehmen, was wir kriegen konnten.. und das war nicht besonders viel. Diese Fahrt geht speziell fuer Marco als die Schlimmste Fahrt in Asien in die Geschichte ein. Die Schaeden am Ruecken koennen vermutlich durch den besten Chiropraktiker nicht behoben werden. 

Und nach Regen folgt wieder Sonnenschein: Hoi An ist ein Staedten, das vom Vietnam-USA Krieg mehrheitlich verschont geblieben war. Entsprechend schoen und bunt zeigt sich die Innenstadt mit zahlreichen alten Gebaeuden. Doch eine andere touristische Hauptattraktion Hoi Ans sind die zahlreichen Schneidergeschaefte und es dauerte nicht lange, dann waren auch wir dem Einkaufsfieber erlegen und kauften, was das Zeug hielt (3 Kaschmir und Seiden Anzuege a je 22 USD, Hemden, Hosen, Kleider fuer Tanja, Jacken etc.). Gemeinsam haben wir 7.5 Kg Kleider im Wert von 173 USD nach Hause geschickt. Ein Schnaeppchen!!

Um uns zu erholen, legten wir uns einen Tag an den einige Kilometer entfernten Strand und machten die erste einer Reihe von schlechten Erfahrungen mit der Dollar-verwoehnten vietnamesischen Tourismusindustrie: Als wir nach einigen Stunden Strand noch keine 3-fach ueberteuerten Getraenke von einem naheliegenden Restaurant gekauft hatten, schlug die vorgaengig gespielte Freundlichkeit ploetzlich in Wut und Aggression um: Wir wurden zuerst energisch aufgefordert, den ‹privaten (?)› Strand zu verlassen, da sie Platz fuer neue Stuehle und Tische am (mehrheitlich leeren) Strand benoetigen und als wir nicht gleich aufbrachen, wurden wir mit ebendiesen physisch bedroht !??????!

Am naechsten Tag brachen wir auf nach Hue, wo wir TET, das chinesische Neujahr verbringen wollten (24.1.). Am Abend des TET schlossen wir uns der Menschenmenge an und bewegten uns in Richtung Zitadelle. Dabei machten wir noch einen Abstecher zu einem vollgestopften Rummelplatz, an dem sie allerdings nichts anderes kannten als Dutzende von Buechsenwerf-Staenden (die lange Abwesenheit vom Handballtraining zeigte sich ziemlich deutlich, sogar Tanja traf besser als Marco!). Und wir selber waren die 2. Attraktion. Um Mitternacht schaute die ganze Stadt inklusive uns in Erwartung eines Feuerwerkes zum Himmel hoch .. und erlebte eine spektakulaere Viertelstunde, in der zahlreiche Raketen eher unkoordiniert aber farbenpraechtig am Himmel detonierten und wieder auf die Zuschauer hinunterfiel (was immer wieder zu Aufschreien in der Menge fuehrte). Sofort nach Beendigung des Spektakels zerstreute sich die Menge und ging ohne Neujahrsgruesse oder Kuesse oder was auch immer wir uns gewohnt sind nach Hause. Ich glaube, wir koennen nun bestaetigen, dass TET eher eine Familienangelegenheit ist. 

In den folgenden beiden Tagen genossen wir die aufgrund TET freien Eintritte zu saemtlichen Anlagen der Stadt und Umgebung. So konnten wir zahlreiche Grabmaeler der Herrscher der Nguyen Dynasty anschauen (sonst je knapp 5 USD) und auch einige Stunden in der Zitadelle und der verbotenen Stadt verbringen. Insgesamt muessen wir jedoch sagen, dass Hue mit seinen World Heritage Denkmaelern bei uns eher einen schlechten Eindruck hinterlassen hat (vielleicht zeigten sich hier wieder Anzeichen eines langen Asienaufenthaltes?). Bemerkenswert an Hue fanden wir eigentlich nur das Essen: Fuer ca. 1 CHF erhaelt man an verschiedensten Orten hervorragende sogar westliche Menus (z.B. Steak mit Reis und Gemuese). Davon haben wir ausgiebig Gebrauch gemacht.

Aufgrund unserer schlechten Erfahrungen mit der Busgesellschaft kauften wir ein neues Ticket fuer die lange Strecke Hue – Hanoi und liessen Mirjam und Walter ‹alleine› bei der alten Gesellschaft zurueck. Und endlich hatten wir mal Glueck: Es wurde eine sehr angenehme 15 h Fahrt, bei der praktisch alle Reisenden 4 Sitze fuer sich zur Verfuegung hatten. Marco hat selten in einem Bus so gut geschlafen!

Waehrend es in Hue noch so heiss war, dass wir uns praktisch nur von Schatten zu Schatten bewegt haben, war es in Hanoi richtiggehend kalt : das Thermometer zeigte unfreundliche 16 Grad bei stark bewoelktem Himmel. Dafuer freuten sich unsere Faserpelze und die Schuhe, dass sie wieder mal an die Luft durften!

Eigentlich hatten wir vorgehabt, mit Mirjam und Walter gleich am naechsten Tag in die Halong Bay zu gehen, doch ein Blick ins Internet-Wetter zeigte, dass evtl. warten angebracht waere. So verbrachten wir zwei fast Tage in  der Hauptstadt Vietnams, genossen Alleen und Seen, statteten dem grossen Ho Chi Minh, der entgegen seinen Wuenschen in einem  grossen Mausoleum liegt und mehr einer Wachsfigur gleicht, als einer ehemals lebendigen jetzt aber sehr ‹toten Leiche› und besuchten das enttaeuschende Museeum der Literatur. Als wir dann am folgenden Tag zu Dritt losfuhren, liessen wir eine frierende Tanja zurueck, die aufgrund des eher schlechten Wetters und ihrer Abneigung gegen Boote bei hohem Seegang in Hanoi bleiben wollte . Heute bereut sie es, denn 1. war die See spiegelglatt und am zweiten Tag der 3-Tages-Tour konnten wir die Halong-Bay bei strahlend blauem Himmel geniessen (dieser Anblick ist tatsaechlich ‹World Heritage-wert›), 2. verpasste sie einen sehr amuesanten Abend in einer vietnamesischen Disco (sogar mit Touristen-Manstrip) und 3. entging ihr eine Fuehrung inkl. Gesang durch einen ehemaligen Vietnamesischen Offizier. Dafuer nennt sich Tanja jetzt Hanoi-Fachperson, kennt die besten CD-Shops (wir haben gross eingekauft, 18 CDs ab ca. 1.20 CHF /CD), kennt die besten Baeckereien und Patisserien usw.

Nach der Rueckkehr von der Halong-Bay blieben wir noch einen Tag in der Stadt (Uebernachtung im kleinsten Zimmer, das wir je hatten. Breite = 2x Matratzenbreite und Laenge = ca. 2.50 m) und verabschiedeten uns dann von Mirjam und Walter.

Vietnam ist sicherlich ein schoenes Land, doch aufgrund einiger schlechter Erfahrungen mit wenigen Bewohnern ist es das erste Land in Asien, das wir mit einem etwas schlechtem Gefuehl verlassen.

Laos:
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Am Abend des 31. Januars stiegen wir dann in den Bus, der uns in erwarteten 24-26h nach Laos bringen sollte. Bis wir allerdings abfuhren, dauerte es noch 2 Stunden: Irgendwie hatte die Ticketkontrolloreurin das Gefuehl, genau wir zwei muessten die lange Fahrt auf Plastikstuehlen verbringen und nur nach langem Sturbleiben, nach diversen Handy-Gespraechen mit der  Verkaeuferin der Tickets (wo uns ausdruecklich richtige Sitzen versproechen worden waren) fuhren wir schliesslich ab und uns beiden fiel ein GROSSER Stein vom Herzen. Danach wurde es eine Busfahrt, die wesentlich angenehmer war, als wir es uns vorgestellt hatten: Wir beide schliefen praechtig die ganze Nacht und ehe wir uns versahen, waren wir am naechsten Abend in der Laoanischen Hauptstadt.

Vientiane ist vermutlich die verschlafenste Landeshauptstadt, die wir je zu Gesicht gekriegt haben. Trotzdem herrschte am Tage unserer Ankunft eine richtige Bettennot unter Backpackern, denn die Stadt war voll mit verzweifelt umherirrenden und sogar -rennenden Leuten, die ein Zimmer suchten. Nach knapp 2 Stunden und vielen ‹Neins› wurden auch wir fuendig und kamen in einem fensterlosen 3-Zimmer-Dormitory unter, wo wir trotz Moskitos hervorragend schliefen und am naechsten Tag gestaerkt die Stadt anschauten. Dann ging es schon bald weiter nach Vang Vieng, einem Backpackers Hangout noerdlich der Hauptstadt. In diesem Ort ‹wohnen› definitiv mehr Touristen als Einheimische, trotzdem versprueht das Staedtchen einen gewissen Charme und die Sonnenuntergaenge am Fluss sind farbenpraechtig. Unsere Aktivitaeten in den folgenden Tagen beschraenkten sich auf eine Kajaktour auf dem praktisch wasserlosen Fluss inkl. Hoehlen- und Besichtigung eines Einheimischendorfes sowie einem Tag mit dem Velo auf den staubigen Strassen mit weiterer Hoehlenbesichtigung und Baden in einem fantastischen Fluss (Phoukham-Cave).

Da wir ja nur ein 15-Tage Visa hatten, zogen wir schweren Herzens weiter nach Luang Prabang, wo wir einen weiteren Tag blieben und v.a. mit Schwimmen in den praechtigen Wasserfaellen verbrachten. Mit denselben Leuten  gingen wir dann am naechsten Tag per Boot in 7 Stunden weiter nordwaerts nach Nong Khiaw und dann am folgenden Tag nach Muang Ngoi, welches unser Highlight in Laos darstellte. Muang Ngoi ist nur per Boot erreichbar, und es gibt dementsprechend auch keine Fahrzeuge im Dorf. Das Dorf besteht aus einigen Dutzend Basthaeusern, wovon einige wenige Unterkunft fuer Gaeste anbieten (z.B. Doppelzimmer fuer CHF pro Nacht – das Zimmer hat allerdings mehr den Charakter eines visuell abgetrennten Dormitory ). Die Backpacker, die es dorthin schaffen (und die Zahl nimmt laufend zu!) werden im Dorfleben ‹integriert›. So war es beispielsweise selbstverstaendlich, dass alle Touristen zu einer Feier im Tempel zu Ehren eines Verstorbenen eingeladen wurden und an der Nacht-Prozession mit Kerzen und Blumen teilnehmen konnten. Unsere Aktivitaeten in Muang Ngoi beschraenkten sich auf luemmeln am lokalen Flusstrand, einem Ausflug zu einer Hoehle wo wir auf Laoaner stiessen, die uns erst wieder gehen liessen, nachdem wir einige Lao-Lao (hochprozentiger Laos Reiswein,  ca. 1 CHF die Flasche) mit ihnen getrunken hatten und  einen Ausflug zum Fischen mit lokalen Fischern wobei wir selber keinen einzigen Fisch und die Fischer nur gerade 3 ‹grosse› (ca. 12 cm lange) und einige ‹kleine› (ca. 6 cm lang) Fische gefangen haben. Doch als BBQ mit Sticky Rice und Lao-Lao war das genug, um einen amuesanten Nachmittag zu verbringen.

Dann hiess es langsam Abschied nehmen von Laos und auf demselben Weg in 2 Tagen wieder zurück nach Vientiane und dann gleichenabends noch mit dem Zug nach Bangkok. Wir verliessen Laos mit schwerem Herzen, denn die landschaftliche Schoenheit, die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Leute sowie das relaxte Leben haetten uns sicherlich noch eine Weile dort gehalten. Und es gaebe noch viel neues zu sehen!

Thailand und bye-bye Asien:
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Als wir das erste Mal in Bangkok ankamen, kamen wir uns wie in einer anderen Welt vor. Seither sind wir noch 4x nach Bangkok zurueckgekehrt und heute hat die Stadt fuer uns ein anderes Gesicht, das vielmehr der Schweiz (resp. einem 1.Weltland aehnelt), so wie wir sie in Erinnerung haben: Waehrend in z.B. in Laos praktisch jeder ein Laecheln auf den Lippen traegt, praktisch jeder gruesst und einen Gruss erwiedert, scheint hier der Ernst des Lebens jeden voll erfasst zu haben: Alles wirkt so ernst und traurig. Eine Feststellung, die uns fragen laesst, ob der Fortschritt wirklich erstrebenswert ist?

Morgen, am 19. Februar  2001, nach 7 Monaten in Asien verlassen wir diesen faszinierenden Kontinent, obwohl es noch viel zu sehen gaebe. Mit je einem lachenden und einem weinenden Auge fliegen wir nach Auckland/ Neu Seeland (fuer 260 USD!!). Wir bereuen speziell, nicht mehr Zeit fuer Laos und Indien gehabt zu haben und dass wir Myanmar nicht besucht haben. In diesem Sinne koennen wir Euch speziell diese Laender sowie Indonesien fuer Eure Reisen empfehlen.

Es wird vermutlich eine Weile dauern, bis wir die Kiwis nicht mehr mit Handeln belaestigen, bis wir uns daran gewoehnt haben, auswaerts zu essen nicht als Selbstverstaendlichkeit anzusehen usw. Aber mehr zu unserer Rueckkehr in die ‹westliche› Lebensart in Kuerze…

Letzte Gruesse aus Asien, Marco und Tanja

Abschliessende Asien-Reisestatistik (verbrachte Stunden pro ‹Fahrzeug›):

  • Bus: 385 h
  • Zug: 127.5 h
  • Schiffe: 97.5 h
  • Flugzeuge: 33 h
  • Pickuptruck: 7.5 h
  • Kamele: 14 h
  • Elefanten: 2 h

Abschliessende Asien-Info-Statistik:

  • groesste Gefahr Tanja: ausgerutscht im Bad, Marco: fast von LKW in Borneo ueberfahren worden
  • Anzahl Zimmer mit tierischen Mitbewohnern: Kakerlaken = 3 (allerdings viele Kakerlaken!), Maeuse = 1, Ratten = 4, Froesche = 1
  • Anzahl Stiche: Marco Moskitos = 20, Sandfloehe = 200, Tanja Moskitos = 2000, Sandfloehe = 200
  • stinkende Betten: wir haben das zaehlen aufgegeben!
  • Anzahl gekotzt: Marco = 3x, Tanja 7x (in einer Nacht – Lebensmittelvergiftung, kein Alohol)
  • Anzahl Durchfall: Marco = 2x, Tanja = unzaehlige Male
  • laengste Reise am Stueck: 34 h Zugfahrt Jalgaon – Puri (Indien)
  • teuerste Unterkunft: 14 USD (110’000 indonesische Rupien)
  • billigste Unterkunft: 1 CHF (6000 Lao Kip)
  • Anzahl Zimmer mit AC = 2
  • Durchschnittliche Stunden Schlaf pro Nacht: Marco = 8.5, Tanja 9.5
  • Gewichtsverlust: Marco = ca. 10 kg, Tanja = 2 kg

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